Tack: Definition und Rolle bei der Auswahl eines Klebstoffs

Tack: die sofortige Klebkraft eines Klebstoffs

Tack bezeichnet die sofortige Klebkraft eines Klebstoffs, also seine Fähigkeit, beim bloßen Kontakt ohne längeren Druck oder Wartezeit an einer Oberfläche zu haften. Es ist eine der drei grundlegenden Eigenschaften zur Charakterisierung eines Klebstoffs im Etikettieren, neben der Haftung, die die Kraft misst, die zum Ablösen des Etiketts nach längerer Kontaktzeit erforderlich ist, und der Kohäsion, die den inneren Widerstand des Klebstoffs gegenüber Scherbelastungen misst.

Ein hoher Tack bedeutet, dass ein Etikett nahezu sofort haftet, sobald es mit einer Oberfläche in Berührung kommt, selbst bei leichtem und kurzem Druck. Diese Eigenschaft ist besonders gefragt bei automatisierten Hochgeschwindigkeits-Produktionslinien, bei denen die Kontaktzeit zwischen Etikett und Produkt extrem kurz ist, oft nur ein Bruchteil einer Sekunde beim Durchlauf unter einem Applikatorarm. Ein unzureichender Tack bei dieser Art von Anwendung führt zu schlecht haftenden Etiketten direkt nach dem Aufbringen, die sich möglicherweise schon vor dem nächsten Schritt der Verpackungslinie teilweise ablösen.

Im Gegensatz dazu kann bei bestimmten speziellen Anwendungen ein moderaterer Tack gewünscht sein, insbesondere bei wiederablösbaren Etiketten oder Linerless-Rollen, bei denen ein zu hoher Tack ein unerwünschtes Verkleben der Rollenwindungen begünstigen oder ein späteres Umpositionieren des Etiketts ohne Beschädigung der Oberfläche verhindern würde. Die Wahl des Tack-Levels einer Referenz sollte daher immer aus dem tatsächlichen Nutzungskontext abgeleitet werden und nicht aus der systematischen Suche nach dem höchstmöglichen Tack.

Der Tack ist zudem temperaturempfindlich und hängt vom Zustand der empfangenden Oberfläche ab. Eine kalte Oberfläche, wie ein Produkt direkt aus dem Kühlraum, verringert mechanisch den effektiven Tack eines Klebstoffs, weshalb Anwendungen im Kühlbereich oft speziell formulierte Klebstoffe erfordern, die auch bei niedrigen Temperaturen ausreichend Tack behalten, wie etwa bestimmte Hotmelt-Klebstoffe, die für ihre Leistung unter diesen Bedingungen bekannt sind. Ebenso reduziert eine staubige, fettige oder feuchte Oberfläche den effektiven Tack erheblich, unabhängig von der intrinsischen Qualität des verwendeten Klebstoffs.

Für einen professionellen Einkäufer ist es hilfreich, vom Lieferanten genauere Angaben zum Tack-Level einer Referenz zu erfragen, zusätzlich zur bloßen Angabe des Klebstofftyps. So lässt sich die Wahl eines Etiketts deutlich besser an den tatsächlichen Anwendungskontext anpassen, insbesondere wenn Aufbringgeschwindigkeit oder Temperaturbedingungen starke Einschränkungen auf der betreffenden Produktionslinie darstellen.

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