Norm BS5609: Definition und Anforderungen für den Seetransport

Die Norm BS5609: Die Zertifizierung von Etiketten für den Seetransport

Die Norm BS5609 ist eine internationale britische Norm, die für Etiketten gilt, die für den Seetransport gefährlicher Güter bestimmt sind. Sie stellt eine sehr genaue Anforderung: Die Etikette muss während einer Dauer von drei Monaten vollständig in Meerwasser eingetaucht sein, ohne dass die Lesbarkeit der gedruckten Informationen verloren geht oder der Klebstoff bzw. das Trägermaterial kritisch beschädigt wird.

Diese Anforderung erfüllt eine strenge gesetzliche Vorgabe im Zusammenhang mit dem IMDG-Code, dem internationalen Seeverkehrscode für gefährliche Güter, der vorschreibt, dass die Kennzeichnung der auf dem Seeweg transportierten Gefahrgüter auch im Falle eines Unfalls, eines Containerverlusts ins Meer oder einer längeren Exposition gegenüber Seespritzern während des Transports lesbar und nutzbar bleibt. Ein Etikett, das der Norm BS5609 entspricht, muss somit auch nach mehreren Wochen Eintauchen den Inhalt eines Containers oder Fasses klar identifizieren, um Rettungsteams oder Hafenbehörden eine fundierte Intervention zu ermöglichen.

Die BS5609-Zertifizierung gliedert sich in zwei separate Teile, die gemeinsam validiert werden müssen. Teil 2 betrifft das Druckmaterial, also den Film oder das Papier, das als Vorderseite verwendet wird, und wird auf physische Widerstandsfähigkeit sowie UV-Beständigkeit unter maritimen Bedingungen getestet. Teil 3 betrifft den Klebstoff, der speziell auf seine Fähigkeit geprüft wird, das Etikett während der gesamten erforderlichen Eintauchdauer auf dem Träger zu halten, ohne Ablösung oder mechanische Verschlechterung. Ein Etikett gilt nur dann als vollständig konform, wenn beide Komponenten, Material und Klebstoff, jeweils von einer akkreditierten Stelle zertifiziert wurden.

Für Fachleute in der Logistik und im Transport gefährlicher Güter ist die Verwendung von BS5609-zertifizierten Etiketten keine Option, sondern eine gesetzliche Verpflichtung, sobald der Transport eine internationale Seeverbindung umfasst. Es ist daher unerlässlich, beim Lieferanten die Existenz eines gültigen und aktuellen BS5609-Konformitätszertifikats für jede verwendete Referenz in diesem Transportfluss zu überprüfen und dieses Dokument im Falle einer Zoll- oder Hafeninspektion aufzubewahren.

Schließlich sollte die Norm BS5609 nicht mit anderen allgemeineren Umweltbeständigkeitszertifizierungen verwechselt werden, wie etwa Wasser- oder UV-Beständigkeitstests für den Standardaußeneinsatz, die nicht dieselben Eintauchzeiten oder denselben regulatorischen Rahmen umfassen. Für den Transport gefährlicher Güter auf dem Seeweg darf nur ein ausdrücklich nach BS5609 zertifiziertes Etikett verwendet werden, unabhängig von der scheinbaren Qualität einer nicht zertifizierten Alternative.

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